Abbildungsmaßstab

Der Abbildungsmaßstab hat eine Sonderstellung in der Fotografie. Manchmal ist er von herausragender Bedeutung für eine Aufnahme, manchmal wird er (zurecht) völlig vernachlässigt.

Bei Makro-Aufnahmen ist der Abbildungsmaßstab besonders wichtig, schließlich definiert sich diese Art der Fotografie durch einen Abbildungsmaßstab von mindestens 1:2.  Heißt also: Ein 2cm großes Objekt wird mindestens 1cm groß auf dem Sensor abgebildet.
Bei Portraits oder weitwinkligen Landschaftsaufnahmen hingegen verschwendet der Fotograf keinen Gedanken an den Abbildungsmaßstab. Der Abbildungsmaßstab ist hier einfach viel zu klein um von Bedeutung zu sein.  

Abbildungsmaßstab 1 zu 1

Abbildungsmaßstab 1:1

Bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 ist die Gegenstandsweite = der Bildweite und doppelt so groß wie die Brennweite des verwendeten Objektivs.

Der x Zentimeter hohe Gegenstand wird x Zentimeter hoch auf dem Sensor abgebildet.
 
Die Brennweite f entspricht der halben Bildweite b. 
Die Gegenstandsweite entspricht genau der Bildweite. 

Abbildungsmaßstäbe von 1:1 erreichen nur spezialisierte Makro-Objektive mit einer enorm kurzen Naheinstellgrenze. Je nach Objektivbrennweite (gängig sind 60mm 90/100mm und 180mm) verändert sich auch der Arbeitsabstand von (nah: 60mm zu fern: 180mm) zum Motiv. 

 

Abbildungsmassstab_2zu1.jpg

Abbildungsmaßstab 1:2

Bei einem Abbildungsmaßstab von 1:2 entspricht die Gegenstandsweite der doppelten Bildweite, es kommt also zu einer Verkleinerung.

Der x Zentimeter hohe Gegenstand wird x/2 Zentimeter hoch auf dem Sensor abgebildet. 
Es findet eine Verkleinerung statt. 

Die Gegenstandsweite g entspricht der doppelten Bildweite b. 

Die Gegenstandsgröße G entspricht der halben Bildgröße B. 

Diesen Abbildungsmaßstab erreichen schon relativ günstige Objektive. Dank der großen Megapixel-Zahl moderner Kameras ist ein späteres Zuschneiden auf einen Maßstab von 1:1 meist problemlos möglich. 

Auszugsverlängerungsfaktor

Der Auszugsverlängerungsfaktor beschreibt den Faktor, um den das Licht innerhalb der Kamera-Objektiv-Kombination abnimmt. Das resultiert bei sehr großen Abbildungsmaßstäben wie 1zu1 aus den internen Verschiebung von Linsengruppen bei der Fokussierung im Objektiv. Da das Licht im Quadrat zur Entfernung an Intensität verliert kommt so am Ende des Objektivs weniger Licht an. Der Auszugsverlängerunsfaktor muss also bei der Belichtungsmessung berücksichtigt und als Lichtwert mit den Kamera- oder Lichteinstellungen ausgeglichen werden. 
1:1    tVF = (ß‘ +1)2 = (1+1)2 = 4
1:2    tVF = (ß‘ +1)2 = (0,5+1)2 = 2,25
mit beta# = Abbildungsmaßstab)


Mögliche Aufgaben:

Ein 20 Meter hohes und 30 Meter Breites Gebäude soll fotografiert werden. Errechnen Sie den Abbildungsmaßstab, wenn Ihnen eine Kleinbildkamera zur Verfügung steht und das Motiv zu den Bildrändern auf dem Sensor jeweils 2mm Abstand haben soll.