Belichtungsdreieck

Das Belichtungsdreieck beschreibt die Verbindung der drei Komponenten Blende – Verschlusszeit – ISO. Jede Änderung einer Größe beeinflusst dabei die anderen beiden.

Eine korrekte Belichtung resultiert immer aus dem Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit.

Wird eine Komponente im Dreieck durch den Fotografen beeinflusst, muss diese Änderung durch die anderen beiden kompensiert werden, um eine korrekt belichtete Aufnahme zu erhalten. Dabei ist es egal, ob nur eine der beiden übrigen "Ecken" des Dreiecks verändert wird oder beide.

Beispiele:

Im oberen Bild sollten beide Modelle durch eine leichte Unschärfe vom Hauptmotiv getrennt werden. Dazu wurde die Blende auf f/4 geöffnet. Durch die größere Blende gelangte mehr Licht auf den Sensor, was zu einer Überbelichtung führte. Um diese auszugleichen wurde die Verschlusszeit etwas verkürzt.

Im Bild mit dem Radfahrer sollte dieser durch eine kurze Verschlusszeit von einer 1/500 Sekunde in der Bewegung eingefroren werden. Durch die kurze Verschlusszeit gelangt jedoch sehr wenig Licht auf den Sensor, weswegen die Blende auf f/4 geöffnet und zusätzlich die ISO-Empfindlichkeit auf 800 erhöht wurde. So konnte trotz der kurzen Verschlusszeit richtig belichtet werden.

Im dritten Bild sollte die Uhr vor einem verwischten Wasserfall fotografiert werden. Um die Verschlusszeit auch am Tag und ohne Neutraldichte-Filter auf eine 1/20 Sekunde auszudehnen wurde die ISO-Empfindlichkeit auf das Minimum (ISO 50) reduziert.

Belichtungsdreieck.jpg

Der Lichtwert

Um das Rechnen im Dreieck zu vereinfachen wurde die Einheit "Lichtwert" eingeführt. Die Lichtmenge, die bei Blende 1, ISO 100 und 1 Sekunde Belichtungszeit auf den Sensor trifft ist per Definition ein Lichtwert.

Im Grunde genommen ist ein Lichtwert die Lichtmenge, die man verliert oder gewinnt, wenn man

1. die Blende um eine ganze Blendenstufe schließt oder öffnet

oder

2. die Belichtungszeit um eine Stufe verkürzt oder verlängert

oder

3. die ISO-Empfindlichkeit der Kamera um eine ganze Stufe erniedrigt oder erhöht.

Rechenbeispiel:

Ein Bild ist mit den Werten 1/100 Sekunden / Blende 8 und ISO 800 korrekt belichtet.

Der Fotograf möchte das Bild aber gerne ohne Rauschen aufnehmen, also mit einer ISO-Empfindlichkeit von 100.

Da die Blende als maßgebendes Gestaltungsmittel dient will er diese in der Aufnahme nicht verändern. So bleibt im Dreieck lediglich die Veränderung der Verschlusszeit übrig, um das Bild bei ISO 100 noch korrekt zu belichten.

Der Fotograf rechnet daher: ISO 800 - ISO 400 - ISO 200 - ISO 100. Von ISO 800 bis ISO 100 verliert er also 3 Lichtwerte.

Diese 3 Lichtwerte muss er nun auf die Belichtungszeit hinzurechnen. Da eine niedrigere Empfindlichkeit weniger Licht zur folge hat muss er demnach die Verschlusszeit verlängern.

1/100 Sekunde - 1/50 Sekunde - 1/25 Sekunde - 1/12 Sekunde. Rechnet er auf die anfängliche Verschlusszeit 3 Lichtwerte hinzu kommt er am Schluss auf 1/12 Sekunde.

Bei ISO 100 und Blende 8 ergibt demnach eine Verschlusszeit von 1/12 Sekunden ein korrekt belichtetes Bild.

Gerade Einsteiger sollten sich mit den Auswirkungen der einen Komponente auf die zwei anderen vertraut machen und diese auch im Schlaf noch aufsagen können.


Mögliche Prüfungsfragen:

Das Rechnen innerhalb des Belichtungsdreieck ist Bestandteil jeder Abschlussprüfung und sollte daher unbedingt geübt werden! Meist werden praktische Beispiele, wie etwa die Aufnahme eines Wasserfalls bei zwei unterschiedlichen Einstellungen abgefragt.