Belichtungsmessung

Die Belichtung einer Aufnahme kann durch zwei Methoden ermitteln werden - die Lichtmessung und die Objektmessung.

Kameras messen die Belichtung eines Motivs durch eine Objektmessung. Das heißt, sie misst die Lichtintensität, die vom Objekt in Richtung Kamera zurückgestrahlt wird. Diese Lichtmenge ist die Motivhelligkeit. Die daraus resultierende Belichtung ist abhängig von der Beleuchtungsstärke und der Objekthelligkeit des Motivs.

Die Beleuchtungsstärke ist dabei die auf das Motiv fällende Lichtmenge. Die Objekthelligkeit dagegen beschreibt die Fähigkeit eines Objekts, das auf es treffende Licht zu reflektieren. Ein weißer Gegenstand hat eine sehr hohe Objekthelligkeit, da er sehr viel Licht reflektiert. Ein schwarzer Gegenstand besitzt dagegen eine geringe Objekthelligkeit.

Anders verhält es sich bei der Lichtmessung, die beispielsweise durch Belichtungsmesser vorgenommen werden kann. Hier wird ausschließlich das Licht gemessen, was von einer Beleuchtungsquelle auf das Motiv fällt. Die Lichtmessung ist daher auch unabhängig von der Objekthelligkeit.

Der Vorteil einer Objektmessung ist, dass Sie vom Standpunkt der Kamera aus vorgenommen werden kann. Allerdings funktioniert diese nicht bei der Verwendung von Blitzlicht.

Bei Blitzlicht kommt die Objektmessung zum Einsatz, bei der der Fotograf allerdings den Aufnahmestandort verlassen und zum ausgeleuchteten Objekt gehen muss.

Moderne Spiegelreflexkameras bieten dem Fotografen mehrere Modi an, um die Belichtung einer Aufnahme zu messen:

Mittenbetonte-Integral Messung

Bei der Messmethode Integral-Mittenbetonte Messung werden alle Helligkeitswerte des gesamten Bildausschnitts analysiert und die korrekte Belichtung daraus errechnet. Diese Methode ist eine Objektmessung, das bedeutet, der Lichtanteil wird gemessen, der direkt vom Aufnahmeobjekt in Richtung Kamera reflektiert wird. Diese Lichtmenge ist die Motivhelligkeit.

Die daraus resultie­rende Belichtung ist abhängig von der Beleuchtungsstärke sowie der Objekthelligkeit des Motivs. Die Beleuchtungsstärke ist definiert durch die auf das Motiv fallende Lichtmenge. Objekthelligkeit beschreibt dagegen die Fähigkeit eines Objekts, das auf es treffende Licht zu reflektieren. Bei modernen DSLRs wird immer eine Objektmessung durchgeführt, wobei von einer mittleren Objekt­helligkeit von 18 Prozent ausgegangen wird. Bei einer mittenbetonten Integralmessung werden zwar die Helligkeitswerte des gesamten Aufnahmebereichs gemessen, dem mittleren Bereich dabei aber einen höheren Anteil an der Belichtung beigemessen. Das bedeutet die hier gemessenen Werte haben größeren Einfluss auf die eingestellte Gesamtbelichtung als die übrigen Werte des Aufnahmebereichs.

Mehrfeldmessung

Bei der Mehrfeld- oder Matrixmessung werden verschiedene Belichtungswerte von vielen Messfeldern über den gesamten Aufnahmebereich gemessen und zu einer Gesamtbelichtung verrechnet. Zusätzlich wird bei schwierigen Lichtstimmungen (etwa Gegenlicht) die gemessene Belichtung mit vorinstallierten festgelegten Werten verglichen um die bestmögliche Einstel­lung zu finden.

Selektivmessung

Die Selektivmessung begrenzt den Messbereich für eine kor­rekte Belichtung auf einen kleinen Teil (meist 10%) des Aufnah­mebereichs. Dieser Bereich wird dann richtig belichtet, die üb­rigen Teile des Motivs werden vernachlässigt. Vorteil hier ist die punktgenaue Steuerung der Belichtung. Nachteil ist dagegen, dass bei starken Hell-Dunkel Kontrasten das Bild an sich nicht korrekt belichtet wird und viele Bereiche zu hell oder zu dunkel erscheinen.

Spotmessung

Die Spotmessung ist ein Spezialfall der Selektivmessung. Hier wird der Helligkeitswert nur eines einzigen Punktes im Aufnah­mebereich gemessen. Das bedeutet, die Helligkeitswerte die­ses Punktes sind ausschlaggebend für die eingestellte Belich­tung der gesamten Aufnahme.