Bauchtanz

Kamera an der Belastungsgrenze - Bauchtanzfotografie

Wenn man mich frägt, was ich letzte Woche gemacht habe, dann würde ich antworten: 

"Ich sichte, sortiere, bewerte und bearbeite gerade über 4000 Bilder einer Bauchtanz-Aufführung." Das könnte eine ziemlich ermüdende und anstrengende Arbeit sein, wären da nicht diese traumhaften Bilder. Die jungen Frauen schaffen es, die Leidenschaft und die Freude, die sie zweifellos am Tanzen haben, gekonnt in meine Bilder einfließen zu lassen. Dafür bin ich sehr dankbar, denn das erleichtert mir die Nachbearbeitung enorm. 

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Das Event selber kann ich nur am Rande wirklich genießen. Stattdessen bedeuten die schnellen Bewegungen in atmosphärischer Dunkelheit echte fotografische Schwerstarbeit. Vom technischen Anspruch her sind diese Bilder für mich sicherlich mit die Schwersten. 

Für das Einfrieren der Bewegungen sind Verschlusszeiten von Mindestens 1/400 Sekunden nötig. Bei extrem schnellen Stocktänzen sogar bis 1/1000 Sekunden oder noch kürzer. Das bedeutet wiederum, die Blende muss weit geöffnet sein und die ISO-Empfindlichkeit stark erhöht werden, um die Bilder noch richtig belichten zu können. Denn um die anderen Zuschauer oder gar die Video-Aufnahme nicht zu stören verzichtete ich auf jeglichen Blitzeinsatz.

Mit einer kurzen Verschlusszeit, einer offenen Blende und einer sehr hohen ISO von bis zu 6400 bewege ich die Kamera über zwei Stunden an der technischen Belastungsgrenze. Und genau das macht den Reiz solcher Shootings aus. Wie weit kann ich die Kamera bis zu dieser Grenze treiben, wann ist die ISO dann doch zu hoch und ab wann werden die Bilder mau. Neben diesen technischen Überlegungen muss der Fotograf ständig die Augen offen halten, den richtigen Moment zum Auslösen abpassen und die Bildgestaltung im Hinterkopf haben. Dementsprechend ist nicht nur die Kamera an der Belastungsgrenze, sondern auch der Fotograf. 

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Es sind diese Momente, die mir immer wieder klar machen, dass Fotografieren mehr ist als nur das Drücken eines kleinen Knöpfchen. Es ist die spielerische Beherrschung der Technik, das genaue Wissen was ein gutes Bild ausmacht und nicht zuletzt auch ein Quäntchen Glück. 

Vielen Dank an die Mädels, dass ich mich jedes Jahr auf‘s neue dieser Herausforderung stellen darf! Es war, wie immer, eine tolle Show!