Farbrichtiges Arbeiten

 Farbrichtiges Arbeiten ist in der modernen Fotografie so wichtig wie noch nie. Leider ist es auch so schwierig wie noch nie.

Früher gab es eine Kamera und ein Druckmedium, etwa ein Katalog oder eine Ausbelichtung auf Fotopapier. Der Betrachter konnte die Bilder lediglich in gedruckter Form sehen. Farbabweichungen konnten nur durch rudimentäre Druckeinstellungen oder in der Entwicklung der Bilder vorgenommen werden. 
Mit der digitalen Fotografie kam auch die Möglichkeit, während der Aufnahme Farben so exakt wie möglich zu treffen oder eben später am PC genau festzulegen. Jedoch hat der Fotograf oder der Bildbearbeiter keinen Einfluss darauf, wie gut (oder öfter: wie schlecht) der Monitor des Kunden an dessen Arbeitsplatz kalibriert ist. Desweiteren kann noch der Effekt der Metamerie auftreten.
Metamerie beschreibt die Tatsache, dass der selbe Farbeindruck unterschiedliche entstehen kann. So tritt beispielsweise die Farbe gelb entweder durch monochromatisches Licht der gelben Wellenlänge auf oder durch ein gelbes Farbpigment, dass aus normalen RGB-Licht die roten und grünen Farbanteile absorbiert. Daraus folgt auch, dass eine Farbe unter verschiedenen Lichtquellen ganz anders aussehen kann. Sprich: Selbst wenn eine Aufnahme für einen Katalog absolut farbrichtig beleuchtet, aufgenommen, bearbeitet und gedruckt wurde, so haben die Produzenten dennoch keine Möglichkeit, die vorhandene Lichtquelle beim Kunden zu beeinflussen. Die absolut farbrichtige blaue Jeans kann also beim Kunden etwas cyan-farben aussehen. Trotzdem sollte, um den Einfluss der Metamerie so gering wie möglich zu halten schon während der Aufnahme ein großes Augenmerk auf das farbrichtige Arbeiten gelegt werden. Ein solcher ICC-konformer (Internation Color Consortium) Ablauf ist für ein farbrichtiges Arbeiten daher unerlässlich und sollte zum Standart für Fotografen werden. 
 

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Beleuchtung

Die Beleuchtung hat entscheidenden Einfluss darauf, welche Wellenlängen das Motiv in Richtung Kamera zurückwirft und daher auch, welche Wellenlängen die Kamera tatsächlich aufnimmt. Eine falsch gewählte Lichtquelle kann den ganzen noch folgenden farbrichtigen Arbeitsablauf zunichte machen. Daher sollte der Fotograf seine Lichtquelle mit Bedacht auswählen und sehr genau kennen.

    - abgedunkeltes Studio
        keine weitere Lichtquelle
        (Vermeidung von Mischlicht)

    - hochwertiges Kompaktblitzgerät
        (Hensel Expert Pro 500)
        für immer gleiche Lichtfarbe auf
        konstanter Leistungsstufe 6/10

    - Hochwertige, weiße Oktabox
        (Hensel 90cm)
    Vermeidung von Farbstichen

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Kameraeinstellungen

Auch die Kameraeinstellung haben großen Einfluss auf die Farbwiedergabe. Teilweise sind hier auch Einstellungen vorhanden, die destruktiv, also im Nachhinein nur schwer oder gar nicht mehr zu ändern sind. Daher sollte der Fotograf immer ein wachsames Auge auf seine Einstellungen werfen und diese auch vor jedem Auftrag bis ins kleinste Detail erneut kontrollieren. Dann steht einer farbrichtigen Aufnahme nichts mehr im Wege.

- geringe ISO-Empfindlichkeit
    (kein Farbrauschen)
    interne Rauschreduzierung aus

- deaktivierter bzw. neutraler Bildstil (keine interne Farbbearbeitung)

- korrekter Weißabgleich
    mittels Graukarte

- farbneutrale RAW-Aufnahme in 14 Bit
- Farbraum AdobeRGB

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Ausgabe und Druck

Wurde bis hierhin farbrichtig gearbeitet bleiben noch die richtigen Einstellungen für die Ausgabe. Diese variieren natürlich je nach Ausgabegerät. Sprich, ein Drucker braucht andere Einstellungen als ein Beamer. Daher geht es jetzt an die gerätespezifische Farbanpassung. Das geschieht meist über die Profile der Ausgabegeräte und über die Softproof-Einstellung in Photoshop oder Lightroom. Diese simuliert das zu erwartende Ausgabeergebnis.

- hochwertiger Drucker

- kalibrierter und profilierter Drucker

- eingestelltes Druckerprofil am PC

- Farbanpassung durch Photoshop

- Vergleich von Drucken mit
Originalmotiv unter Normlicht D50
und ggf. selektive Anpassungen

- ggf. erneutes Ausdrucken und
Vergleich mit Originalmotiv