Figur-Grund-Beziehung

Sobald ein Mensch ein zweidimensionales Bild anschaut, wählt er automatisch ein Objekt als Figur vor einem Hintergrund.

Je prägnanter sich diese Figur von dem neutralen und passiven Hintergrund abhebt desto klarer ist die Figur-Grund-Beziehung und desto sicherer erfolgt die Wahrnehmung.

Ist keine klare Figur-Grund-Beziehung für den Betrachter zu erkennen verliert das Bild an Erkennbarkeit und Prägnanz.

Wahrnehmungsgesetze:

  • Die kleinere Fläche wird meist als Figur, die größere als Hintergrund gesehen.
  • Figur und Hintergrund können nicht zugleich wahrgenommen werden.
  • Vor allem dicht beieinander liegende, sich ähnelnde, visuelle Elemente werden zu einer Figur zusammengefasst.
  • Symmetrische und geschlossene Formen werden bevorzugt als Figur wahrgenommen.

Für die Fotografie bedeutet das: Möchte der Fotograf sein Hauptmotiv klar herausstellen, muss er für eine deutliche Figur-Grund-Beziehung sorgen. Das gelingt durch eine kleine Schärfentiefe, unterschiedliche Farben, starke Kontraste oder Helligkeitsunterschiede.

Das folgenden Bild zeigt eine sehr klare Figur-Grund-Beziehung. Das Modell ist durch eine weit geöffnete Blende und große Brennweite klar vom unscharfen Hintergrund getrennt. Der Blick des Betrachters wird sofort auf die Hauptperson gelenkt.