Hyperfokale Distanz

Die Hyperfokaldistanz beschreibt genau den Abstand von Objektiv zur Schärfeebene, bei der auch weit entfernte Objekte in der Aufnahme noch annehmbar scharf abgebildert werden.

Diese Fokus-Distanz muss anhand des verwendeten Objektivs, Sensortyps und Blende vom Fotografen errechnet werden. Mittlerweile können auch Apps oder sogenannte Schärfentiefenrechner die Berechnung der hyperfokalen Distanz übernehmen. Viele ältere Objektive haben zudem eine Einstellungshilfe aufgedruckt, anhand derer man die passende Distanz zur Schärfeebene ablesen kann. Gerade Landschaftsfotografen profitieren von der hyperfokalen Distanz. Anstelle durch reines Abblenden gelingen auch so beinahe unenendliche Schärfeebenen, die das Motiv von der Kamera bis ins unendliche scharf abbilden. 
In der modernen Fotografie hat oftmals die Methode des Focus-Stackings die Hyperfokal-Distanz abgelöst. 

Hyperfokale_Distanz

Die hyperfokale Distanz beschreibt diejenige endliche Gegenstandsweite, ab der auch im Unendlichen noch das Motiv scharf abgebildet ist. Die genaue Entfernung von Motiv zur Kamera muss dabei durch einen Schärfentiefenrechner ermittelt werden. Am Objektiv selbst lässt sich diese Distanz ebenfalls manuell einstellen. Dazu stellt man das Unendlichkeits-Zeichen auf der Fokus-Skala auf die entsprechende Blende, mit der man fotografieren möchte. Anschließend liest man anhand der Skala ab, von welcher Entfernung das Motiv scharf abgebildet
wird. 
Die hyperfokale Distanz ist dabei besonders bei Normalbrennweiten um 50mm bis zu Tele-Brennweiten wichtig.
Im Weitwinkel oder sogar Ultraweitwinkel spielt die Schärfentiefe aufgrund des sehr kleinen Abbildungsmaßstabes lediglich eine untergeordnete Rolle - sofern keine Objekte in unmittelbarer Nähe zum Objektiv platziert werden. 

Krauses Schärfentiefenrechner

Aus einem solchen Schärfentiefenrechner wie unter der Webseite: http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm lassen sich unterschiedliche Werte ablesen.
Zuerst wird das Aufnahmeformat eingegeben. Hier wählt man bei einem Vollformat-Sensor 35mm. Druckt man sein Bild in Poster-Größe aus (größer als DIN A3) kann man 35mm Poster eingeben. Das hat Einfluss auf den Zerstreuungskreis. Dieser beschreibt, wie groß ein Punkt maximal gedruckt werden kann, sodass er immer noch als Punkt und somit scharf abgebildet wird. Dieser  Wert variiert je nach Betrachtungsabstand. Daher ist der Zerstreuungskreis bei einem großformatigen Druck wie bei 35mm Poster etwas kleiner. 
Auch die Brennweite hat entscheidenden Einfluss auf die hyperfokale Distanz. Hier gibt man das Kleinbild-Equivalent ein. Das bedeutet, bei Objektiven an einem kleineren APS-C Format wird die Brennweite mit dem Cropfaktor der Kamera multipliziert. Canon hat klassischerweise den Crop-Faktor 1,6. Die meisten anderen Hersteller verwenden einen 1,5er Crop. 
Als nächstes wird die Gegenstandsweite angeben. Das ist der Abstand von Motiv zum Frontelement des Objektivs. Hier ist vor allem auf die Angabe in Zentimeter und Metern zu achten.
Nach Eingabe der verwendeten Blende spuckt der Schärfentiefenrechner auf der rechten Seite alle möglichen Werte aus.
Neben dem Nahpunkt (ab wann ist das Motiv scharf) und dem Fernpunkt (bis wo ist alles scharf) wird so auch die hyperfokale Distanz (wenn die Schärfeebene hier liegt ist alles von ... bis... scharf) angezeigt.
Praktischerweise zeigt der Rechner auch noch Abbildungsmaßstab, Auszugsverlängerungsfaktor und effektive Blende an.