Rechnen mit Lichtwerten

Auch wenn die vielen Automatiken der Kamera dem Fotograf oftmals das Rechnen abnehmen ist es doch enorm wichtig, in Lichtwerten rechnen zu können.

Das Rechnen mit Lichtwerten geht sehr einfach. Jeder Schritt in der Blenden- oder Zeitenskala entspricht dabei einem Lichtwert. 
Gehen wir für ein Beispiel von folgenden Belichtungsparameter aus:

Verschlusszeit: 1/1000 Sekunde
Blende: f5,6
ISO: 200

Schließt man die Blende im Objektiv von f5,6 auf f8 verliert man einen Lichtwert. Das Bild wird dunkler. Um wieder ein richtig belichtetes Bild zu bekommen muss man die Verschlusszeit oder ISO-Empfindlichkeit um einen Lichtwert anheben. Also verlängert man entweder die Verschlusszeit von 1/1000 auf 1/500 Sekunden oder man hebt die ISO von 200 auf 400 an.

Die Skalen sind dabei in Drittelschritten untergliedert.

Beispielaufgabe:
Ein Wasserfall ist bei folgenden Belichtungsparametern korrekt belichtet:
Verschlusszeit 1/2000 Sekunden
Blende: f2,8
ISO: 1600
Bei welchen Parametern wäre der Wasserfall mit einer Verschlusszeit von einer Sekunde richtig belichtet?
Beschreiben Sie kurz, welche Unterschiede zwischen den Bildern bestehen werden.

Rechenweg:
1/2000 Sekunden => 1 Sekunde sind 11 Lichtwerte mehr
Also müssen die anderen beiden Werte um 11 Lichtwerte geringer eingestellt werden:
ISO 1600 - 5 Lichtwerte = ISO 50
Blende 2,8 - 6 Lichtwerte = f22

Der Wasserfall ist bei einer Sekunde, f22 und ISO 50 richtig belichtet.
Unterschiede:
Eine Sekunde Verschlusszeit => Wassertropfen werden nicht mehr eingefroren sondern bilden einen weißen Schleier im Bild.
Blende 22 => Die Schärfentiefe im Bild ist deutlich größer als bei f2,8 - es treten aber auch Unschärfeeffekte durch Beugung auf.
ISO 50 => Das Bild rauscht nicht mehr so stark als bei ISO 1600 (Wobei gerade bei modernen Kameras das Rauschen bei ISO 1600 beinahe vernachlässigt werden kann).

Durch die kurze Verschlusszeit wird jeder Wassertropfen beim Fallen eingefroren. Es entsteht so keine Fließbewegung.

Durch die kurze Verschlusszeit wird jeder Wassertropfen beim Fallen eingefroren. Es entsteht so keine Fließbewegung.

Während der längeren Verschlusszeit fließt das Wasser durch das Bild und hinterlässt einen milchig-weißen Schleier in der Aufnahme.

Während der längeren Verschlusszeit fließt das Wasser durch das Bild und hinterlässt einen milchig-weißen Schleier in der Aufnahme.