Typografie

Für die Typografie, also das „Zeichnen mit Schrift“ gibt es wohl ähnlich viele Gestaltungsregeln wie für die Fotografie.

Jede Schrift ist anders, jeder Buchstabe unterschiedlich. Es lassen sich Abstände zwischen den Zeilen aber auch zwischen den Buchstaben definieren. Die Schrift lässt sich schräg stellen (Italic-Schriften) oder Fett drucken (Bold). Es gibt serifenlose und verschnörkelte Schriften.
Gewisse Grundkenntnisse im Bereich Grafikdesign können Fotografen immer gebrauchen, wenn zum Beispiel ein Kunde nicht nur die Bilder für einen Flyer braucht, sondern gleich den ganzen Flyer bei Ihnen drucken lassen möchte. So kann der Fotograf ein Komplett-Paket anbieten.
Im Grunde sollte man immer auf die Leserlichkeit achten. Zu enge Abstände zwischen den Zeilen sind nicht gut. Genauso wenig wie zu weite Abstände. Hier gilt das gleiche Prinzip wie in der Fotografie. Die Buchstaben brauchen eine deutliche Figur-Grund-Beziehung zum Hintergrund. Gleiches gilt für Farben. Eine helle Schrift auf einem hellen Untergrund kann kaum gelesen werden. Gleiches gilt für beispielsweise eine blaue Schrift auf einem schwarzen Untergrund. Durch die Schriftgröße kann der Blick des Betrachters genau gelenkt werden. Große Texte erregen Aufmerksamkeit, kleinere Texte treten in den Hintergrund. Texte in Versalien (also nur Großbuchstaben) schreien Ihre Botschaft hinaus. Geschwungene Schriften scheinen eher zu flüstern.


Mögliche Aufgabe:

Ein Kunde möchte sich für seine Geburtstags-Grußkarte bezüglich der Schriftwahl beraten lassen. Als Text soll lediglich sein Name mit seiner Berufsbezeichnung abgesetzt werden. Bei der Auswahl der Schrift soll, wenn möglich, ein Hinweis auf seine berufliche Tätigkeit als Architekt erkennbar sein.

Dazu hat er eine Vorauswahl folgender Schriften getroffen:

Typografie.jpg

Wählen Sie für den Kunden aus den vorgegebenen Schriften eine aus und begründen Sie Ihre Entscheidung.

Hier würde ich Schrift 5 oder 6 bevorzugen. Moderne Architektur besteht hauptsächlich aus geraden, unverschnörkelten Gebäuden, die zugleich filigran aussehen. Das widerspricht jeglicher Serifenschrift wie 3 und 7..

Italic-Schriften (also quergestellte Schriften) wie 2 oder 8 vermitteln auf mich nicht gerade einen stabilen Eindruck, da diese jeden Moment nach rechts umkippen könnten.

So bleiben npch Schrift 1,4,5 und 6
Schrift 1 wirkt gestempelt und ist für einen ernst zunehmenden Beruf wie Architekt zu verspielt.
Schrift 4 wirkt in Bold zu plump und zu schwerfällig für leichte, moderne Linien.